Silkeborg
Seit
die Reiselust der Deutschen begann , schon in den 50ér
Jahren, steht Dänemark hoch im Kurs und zählt
zu den beliebtesten Zielen. Die wunderschöne Natur,
eingebettet zwischen zwei Meeren und die offene, freundliche
Lebensart der Dänen haben dies bewirkt. Hier prallt
so ziemlich alles aufeinander was man sich wünscht.
Vor allem sind die Spuren unser nordeuropäischen
Vorgeschichte überall zu sehen. Kulturschätze
sind allerorten erhalten und bringen den Besucher zu beschaulichem
Betrachten und Denken. Kein Wunder, daß gerade Künstler
hier ihre bevorzugte Heimat, oder zumindest Schaffensstätte
suchten. Hier fanden sie ihre Ruhe, Freiheit für
ihren Geist und gleichzeitig Erholung. Kein Wunder, das
Dänemark eine Hochburg fü Musikfestivals, Kunstausstellungen
usw. ist. Das
gilt auch für SILKEBORG miitten im Herzen Dänemarks,
im mitteljütländischen Seenhochland, der „Dänischen
Schweiz“. Hier findet man im besonderem Maße
"Aktive Erholung!" mit Wanderungen, Radtouren,
Bootsfahrten und Kanutouren oder Angeln. Doch auch eine
Vielzahl unterschiedlichster Museen und eben auch einige
bedeutende Festivals. Eines davon hat inzwischen Weltruf,
trotzt seiner beschaulichen familiären Kompaktheit.
Das "COUNTRY MUSIC FESTIVAL" des SCC´s.
Dieses Festival, das 1988 erstmalig auf der kleinen
Naturbühne im Yachthafen stattfand, möchte
ich Ihnen mit dieser kleinen Broschüre ein wenig
näherbringen.
Mitten
im "verschwiegenen" Yachthafens liegt eine
kleine Naturbühne, direkt am Wasser und zugleich
„im Wald“, weitab von Strassenlärm
und -dreck. Sie bietet Platz für 3500 - 4000 Menschen,
wobei die Menge dann immer noch familiär wirkt.
Hier ist man unter sich, hier stört man keinen.
Seit nunmehr 16 Jahren veranstaltet hier an jedem zweiten
Wochenende im August der SCC, der Scandinavian Country
Club sein Festival. Längst ist es mehr als ein
simples Festival. Es ist der nordeuropäische Treffpunkt
für Freunde der Country-Music schlechthin. Gleichzeitig
werden die drei Tage im August von Künstlern aus
aller Welt genutzt um sich eine neue Plattform zu erschliessen.
Viele begannen hier ihre Karrieren in Europa. Sicher,
es gibt viekle Festivals in Europa, die ähnlich
verlaufen. Doch nur wenige gibt es schon ebensolange
und kaum eines hat diesen Ruf eines "Sprungbrettes".
Jedes Jahr werden hier zusammengefasst mehr als 24 Stunden
Musik quer durch das gesamte Spektrum dieses extrem
vielseitigen Musikstils geboten. Vom Oldtime Sound,
über volkstümlich anmutende Weisen bis hin
zu den progressivsten Klängen der Gegenwart wird
hier alles geboten. Hier verdienen sich die Nachwuchskünstler
ebenso ihre ersten Sporen, wie die großen Stars
ihr Können präsentieren. Sie kommen dabei
aus allen möglichen Ländern. Natürlich
aus dem Muterland der Country-Music, der USA, aber auch
aus allen anderen Winkeln dieses Globos. Australien,
Grönland oder Japan, Irland, Frankreich, Schweiz
oder östliche Länder sind zum Beispiel ebenso
darunter wie selbstverständlich sämtliche
skandinavischen Länder und zunehmend aus Deutschland.
Diese Musikrichtung ist gerade in Skandinavien äußerst
beliebt. Inzwischen gibt es in den lokalen Radiosendern
Dänemarks im Verhältnis ebensoviele reine
Country-Programme wie in den USA.
Das
Festival ist das größte in Skandinavien.
Duch die nachbarschaftliche und touristische Verbundenheit
mit Deutschland zugkleich auch eines der bedeutsamsten
für deutsche Country-Fans im benachbarten Ausland.
Das Wetter im August ist meist "bombig", die
Waldbühne ist ideal gegen Wind geschützt und
wird bei Sonnenschein leicht zur „Sonnenbank“.
Doch selbst wenn es einmal regnet, stört es hier
keinen. Ich weiß bis heute nicht, wo dann plötzlich
die ganzen Schirme und Capes herkommen, aber sie sind
da und die Musik wird weiter genossen, wen stört
da schon ein bißchen „Regen“?
Der
dänische Hang zum „Camping“ macht die
Atmosphäre überhaupt zu etwas besonderem.
Decken, Sitzgelegenheiten, Essbares, Schutzbekleidung
und vielerlei weiteres Untensil gehört offensichtlich
zur Standardausstattung der Besucher. Und die sind,
zumindest für unsere Begriffe etwas ganz besonderes.
Sicher, es gibt auch dort „Cowboys“ und
„Indianer“, aber die sind wie in der Wirklichkeit
fast „ausgestorben“ und entsprechend wenig
vertreten. Tänzer haben durch die erhöhte
Bühne ideale Voraussetzungen. Hier tanzt man alles,
vor allem richtigen Partnertanz.Die hierzulande deutlich
aufgeprägte Trucker-Szene hat hier in SILKEBORG
so gut wie keine Bedeutung, da es keine Zufahrt- und
Stellmöglichkeiten für deren Gefährte
gibt. So haben die „Trucker“ keine Chance
unter sich zu bleiben, sondern müssen sich, um
die geliebte Musik zu erleben, losgelöst von ihren
Boliden unter die übrigen Fans mischen. Und das
ist eine versc hworenen Familie aus den verschiedensten
Ländern. Nach meinen persönlichen Beobachtungen
treffen sich hier Fans aus ganz Europa. Immer mehr nutzen
wie schon erwähnt ihren Urlaub um diesen mit dem
Festival zu verbinden. Es ist ein Teil davon. Völlig
locker und ungewöhnlich frei von Agressivitäten
verbringt man das gemeinsame Wochenende. Ich glaube
es wird immer ein Geheimnis bleiben, wieviel Liter Bier
und Sprit hier durch die Kehlen fließt, dafür
gibt es ja bekanntermaßen soweit im Norden nur
noch selten Grenzen, aber wenn es so friedlich verkonsumiert
wird wie hier, dann sind es nur die Schelme, die sich
böses dabei denken.
Aber
ob mit oder ohne Alkohol, sind die Besucher dieses Festivals
wirklich etwas besonderes. Sie verstehen es, stimmungsvoll
zu feiern, das ganze Festival ist „Party“.
Aber wenn dann auf der Bühne etwas geboten wird,
was etwas besonderes darstellt, dann gibt es kein Publikum,
welches aufmerksamer sein könnte als dieses. Entweder
lauscht es mucksmäuschenstill, sodaß man
fast die berühmte „Stecknadel“ in den
Sand fallen hören könnte, oder aber es wird
aus vollem Herzen mitgesungen. Das ist eine Mischung
die ankommt bei den Musikern. Besonders die Amerikaner,
oberflächliches gewohnt, sind von dieser Atmosphäre
begeistert. Und so ist es nicht verwunderlich, daß
SILKEBORG in den USA ein fester Begriff geworden ist.
Diese Mischung verbindet, spornt gegenseitig an. Und
es verbindet. Plötzlich stehen sich die Künstler
und das Publikum nicht mehr als Blöcke gegenüber.
Überall begegnet man sich und klönt ein wenig.
Dafür gibt es in der Waldbühne genügend
Raum, denn dort ist ja nicht nur der Stand des SCC untergebracht,
an denen jeweils nach den Auftritten noch lange Autogramme
gegeben werden und wo man all die Tonträger der
Künstler erwerben kann, an die man sonst nur schwer
oder garnicht herankommt. Hier am oberen Rand und auf
einem kleinen zusätzlichen Platz ist die Waldbühne
geradezu eingerahmt von Ständen, die das Herz des
Country-Fans erfreuen und für jeden Geldbeutel
etwas bieten. Tonträger, "Cowboy-Equipement",
Naschereien, Obst und die so beliebten Rosen.
Die
Rosen sind eine Besonderheit dieses Festivals. Langstielige
Bakkera von einer unglaublichen Haltbarkeit und Frische,
die hierzulande extrem teuer sind ,werden hier überall
zu moderaten Preisen verkauft und von den Besuchern
zu allem benutzt. Da werden die Beziehungen zur langjährigen
„Herzdame“ ebenso romantisch aufgefrischt,
wie die soeben geschlossenen „dekoriert“
werden. Vor allem aber wird den Künstlern auf der
Bühne mit Rosen „klar gemacht“, welche
Sympathien man für sie hegt. So manche attraktive
Musikerin konnte vor lauter Rosen fast nicht mehr ihr
Instrument halten. Und auch hier ist die besondere Atmosphäre
spürbar, denn die extrem freundlichen Ordnungskräfte
sind allesamt selbst Fans und lassen das Überreichen
der Blumen geschehen, bevor die „Ordnung“
wieder hergestellt wird. Denn auch wenn es manchmal
nicht danach aussieht, so gilt natürlich auch hier
die deutsch amnutende Devise „Ordnung muß
sein“.
Das
wissen besonders die begleitenden Partner zu schätzen,
denn diese können sich zum Beispiel auf die angegebenen
Zeiten verlassen. Hier wird nicht „überzogen“
und hier gibt es keine „Open Ends“, dafür
ist an anderer Stelle genug Möglichkeit. Dank einer
Truppe die ihr Handwerk versteht, geraten selbst die
Umbaupausen fast unbemerkt und so können die Musiker
ihre jeweils volle Zeit pünktlich ausnutzen. Solche
Programmtreue hat natürlich noch einen weiteren
Vorteil. Die Besucher können in aller Ruhe die
Zeiten einplanen, an denen sie etwas für ihr leibliches
Wohl tun wollen. Und auch da haben sie ungewöhnlich
viele Möglichkeiten. Auf einem seperaten Platz,
liebevoll „Food-Street“ genannt gibt es
viele Angebote mit vielen Sitzgelegenheiten. Zum Beispiel
das große skandinavische Büffett, an dem
man für einen Festpreis essen kann soviel man will,
einem weiteren Salatbüffett an dem sich auch die
Freunde leichter Kost erfreuen können und mehrere
Grillplätze mit Würsten, Folienkartoffen,
Spare-Rips und Riesen-Hamburger, die man auch auf Wunsch
mit Salaten, Zwiebeln, Saucen und so weiter nach eigener
Wahl selbst belegen kann. Mit dieser Lösung findet
wohl jeder etwas für seinen Geschmack. Das die
Versorgung mit Getränken perfekt funktioniert,
braucht eigentlich nicht extra erwähnt werden.
Hier haben die Macher des SCC´s ein besonders
großes Lob verdient. Als Higlight gibt es hier
in der „Food Street“ eine weitere LKW-Bühne,
auf der während der wenigen großen Umbaupausen
Livemusik gemacht wird. Und auch hier wieder viele Verkaufsstände
für groß und klein und ein Informationsbüro,
daß über den veranstaltenden Club informiert
und wo man auch Mitglied werden kann. Doch wer sich
partout nicht von der großen Bühne trennen
kann, hat auch hier noch die Möglichkeit, sich
mit Hamburgern, Hot Dogs und trinkbarem einzudecken.
Bestechend
ist die Freundlichkeit aller Beteiligten an diesem Festival.
Es kommt einem von der ersten Minute an so vor, als
würde man sich schon seit Jahren kennen. Für
die deutschen Besucher um so interessanter, da die meisten
Dänen auch Deutsch sprechen, wobei die die Abstufungen
hier von „ein bisschen“ bis zu zu „perfekt“
reichen. Damit ist dann auch schon das Stichwort gefallen,
mit dem man die gesamte Organisation umschreiben kann,
die Logistik, die Technik, die Versorgung, das Programm,
die Sicherheit und Ordnung, die sanitären Bereiche,
usw. – PERFEKT
So
ist es nicht verwunderlich, daß aus den Besuchern,
die zum ersten Mal das Festival besuchten, fast ausnahmslos
Stammbesucher wurden, die Jahr für Jahr die Treue
hielten und damit dem SCC das Überleben und die
Möglichkeiten sichern, Ihnen so etwas auch in der
Zukunft bieten zu können. Aber das werden Sie demnächst
genauso empfinden, da bin ich sicher.
Auf
den weiteren Seiten möchte ich Ihnen wichtige Hinweise
zu Silkeborg, Kosten, Anreise, Unterkünfte und
weiteren Unterhaltungsmöglichkeiten geben, damit
Ihr Besuch von der ersten Minute an gelingt.
Wir sehen uns ..... Peter – Uwe Wien
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